KI im Alltag
Bilder mit KI erstellen: So funktioniert es und was du rechtlich beachten musst
Wie KI-Bildgeneratoren arbeiten, wie du gute Bilder beschreibst, wofür du sie nutzen darfst, wann Urheber-, Marken- und Persönlichkeitsrechte greifen und wie du KI-Bilder korrekt kennzeichnest.
Ein Einhorn auf einem Mähdrescher im Stil eines alten Ölgemäldes, ein Logo für den Kegelverein, ein Bild für die Einladung zum Sommerfest: Mit KI-Bildgeneratoren entsteht in Sekunden, wofür man früher eine Grafikerin oder stundenlange Arbeit mit Bildbearbeitung gebraucht hätte. Programme wie die Bildfunktionen von ChatGPT, Google Gemini, Microsoft Designer und Copilot, Adobe Firefly, Midjourney oder Stable Diffusion machen das für jeden möglich. Doch schnell tauchen Fragen auf: Darf ich das Bild auf meiner Website verwenden? Wem gehört es? Darf ich mich selbst oder andere Menschen darstellen lassen? Diese Anleitung erklärt, wie KI-Bilder entstehen, wie du bessere Ergebnisse bekommst und was du rechtlich beachten solltest.
Wie KI-Bildgeneratoren funktionieren
KI-Bildgeneratoren wurden mit sehr vielen Bildern und ihren Beschreibungen trainiert. Dabei haben sie gelernt, welche Bildmerkmale zu welchen Wörtern gehören: wie ein „Sonnenuntergang“ aussieht, was „Aquarell“ bedeutet, wie ein „Golden Retriever“ wirkt. Viele moderne Generatoren arbeiten nach dem Diffusionsprinzip: Sie beginnen mit zufälligem Bildrauschen und formen daraus Schritt für Schritt ein Bild, das zu deiner Beschreibung passt.
Das Ergebnis ist ein neues Bild, keine Collage aus vorhandenen Fotos. Weil die Modelle aber aus vorhandenen Werken gelernt haben, können sie Stile nachahmen und in seltenen Fällen auch Motive sehr ähnlich nachbilden.
Gute Bilder beschreiben: die Bausteine
Wie bei Textassistenten hängt das Ergebnis stark von deiner Beschreibung ab. Bewährt haben sich diese Bausteine:
- Motiv: Was soll zu sehen sein? „Ein roter Leuchtturm auf einer Klippe“
- Umgebung und Details: „bei Sturm, Wellen schlagen gegen die Felsen, Möwen am Himmel“
- Stil: „Aquarell“, „Fotografie“, „Bleistiftzeichnung“, „flache Illustration“, „3D-Rendering“
- Licht und Stimmung: „im Abendlicht“, „düster“, „freundlich und hell“
- Bildausschnitt und Perspektive: „aus der Vogelperspektive“, „Nahaufnahme“, „Weitwinkel“
- Format: „quadratisch“, „Querformat 16:9“ für Präsentationen, „Hochformat“ für Handy-Hintergründe
Ein vollständiges Beispiel:
Flache, freundliche Illustration eines Gemeinschaftsgartens im Frühling, Hochbeete mit Gemüse, eine Gießkanne, Vögel, viel Grün, helle Farben, Querformat, ohne Text.
Tipps für bessere Ergebnisse
- Text im Bild gelingt nicht allen Generatoren. Füge Schrift lieber nachträglich mit einem Grafikprogramm ein.
- Hände und Gesichter sind besser geworden, aber prüfe Details genau.
- Varianten erzeugen und die beste auswählen.
- Nachbessern mit gezielten Änderungen: „gleiches Bild, aber ohne Möwen“ oder „wärmere Farben“.
- Bearbeiten statt neu erzeugen: Viele Programme können Teile eines Bildes austauschen, den Hintergrund erweitern oder Objekte entfernen.
Wofür KI-Bilder im Alltag praktisch sind
- Einladungen und Karten für Geburtstage, Hochzeiten, Feste
- Präsentationen für Schule, Uni und Beruf
- Vereinsplakate, Flyer und Aushänge
- Illustrationen für Blogs und Newsletter
- Kreative Hobbys, etwa Vorlagen zum Malen oder Ideen für Tattoos und Raumgestaltung
- Bildbearbeitung: Hintergründe entfernen, Fotos restaurieren, störende Objekte entfernen
Die rechtliche Seite
Hinweis: Dieser Abschnitt gibt einen allgemeinen Überblick über die Rechtslage in Deutschland und ersetzt keine Rechtsberatung. Die Rechtsprechung zu KI ist noch in Bewegung.
Wem gehört ein KI-Bild?
Nach deutschem Urheberrecht ist nur eine persönliche geistige Schöpfung eines Menschen geschützt. Ein Bild, das eine KI auf eine kurze Beschreibung hin erzeugt, gilt in der Regel nicht als solche Schöpfung. Das heißt:
- Du hast meist kein Urheberrecht an einem rein KI-generierten Bild.
- Andere dürfen dein KI-Bild oft ebenfalls verwenden, ohne dass du es verbieten kannst.
- Wenn du ein KI-Bild erheblich selbst weiterbearbeitest, kann für deine eigene Bearbeitung ein Schutz entstehen.
Was du mit einem Bild machen darfst, regeln zusätzlich die Nutzungsbedingungen des jeweiligen Anbieters. Viele erlauben die private und kommerzielle Nutzung, manche nur mit bezahltem Abo. Lies die Bedingungen, bevor du KI-Bilder für dein Geschäft oder deinen Verein verwendest.
Rechte anderer: Urheber, Marken, Personen
Auch wenn das KI-Bild selbst nicht geschützt ist, kann es die Rechte anderer verletzen:
- Urheberrecht: Wenn ein KI-Bild ein bestehendes Werk sehr ähnlich nachbildet, etwa eine bekannte Comicfigur, ein berühmtes Foto oder ein Gemälde eines lebenden Künstlers, kann das eine Urheberrechtsverletzung sein. Einen Stil nachzuahmen ist grundsätzlich erlaubt, konkrete Werke nachzubauen nicht.
- Marken: Logos, Produktdesigns und bekannte Figuren von Firmen dürfen nicht einfach in Werbung oder auf Produkten verwendet werden, auch nicht als KI-Nachbildung.
- Persönlichkeitsrecht: Bilder, die echte Personen zeigen oder erkennbar nachbilden, dürfen ohne deren Einwilligung in der Regel nicht veröffentlicht werden. Das gilt für Prominente genauso wie für Nachbarn oder Kollegen.
Bilder von dir und deiner Familie
Viele Apps bieten an, aus eigenen Fotos KI-Porträts, Avatare oder lustige Montagen zu machen. Bedenke:
- Du lädst biometrische Daten, also dein Gesicht, bei einem Anbieter hoch. Prüfe, wie lange er die Fotos speichert und ob er sie zum Training nutzt.
- Fotos von Kindern solltest du nicht in solche Dienste hochladen.
- Fotos anderer Menschen nur mit deren Erlaubnis.
Deepfakes und Täuschung
Bilder, die echte Personen in erfundenen Situationen zeigen, können als Deepfakes Schaden anrichten. Gefälschte intime Bilder, Verleumdung und Betrug sind strafbar. Auch harmlose Scherzbilder können Persönlichkeitsrechte verletzen, wenn sie veröffentlicht werden. Mehr dazu in unserer Anleitung zum Erkennen von Deepfakes.
KI-Bilder kennzeichnen
Ehrlichkeit schützt vor Missverständnissen. Ob du KI-Bilder kennzeichnen musst, hängt vom Einzelfall ab:
- Die EU-KI-Verordnung verlangt, dass Deepfakes, also realistisch wirkende Darstellungen echter Personen, Orte oder Ereignisse, als künstlich erzeugt erkennbar sind. Diese Pflicht greift schrittweise.
- Soziale Netzwerke wie Instagram, Facebook, TikTok und YouTube verlangen eine Kennzeichnung realistischer KI-Inhalte und versehen viele automatisch mit einem Hinweis.
- Viele Generatoren betten unsichtbare Wasserzeichen oder Herkunftsinformationen (Content Credentials nach C2PA) ein.
Unabhängig von der Pflicht ist ein kurzer Hinweis wie „Illustration: mit KI erstellt“ eine gute Gewohnheit, besonders bei realistisch wirkenden Bildern, in Vereinszeitschriften, auf Websites und in Präsentationen.
Fairness gegenüber Kreativen
KI-Bildgeneratoren wurden zum großen Teil mit Werken von Fotografinnen, Illustratoren und Künstlern trainiert, oft ohne deren Zustimmung. Viele Kreative sehen das kritisch. Wenn du ein Bild für einen wichtigen Zweck brauchst, etwa ein Logo, ein Buchcover oder eine Werbekampagne, lohnt es sich zu überlegen, ob ein menschlicher Gestalter nicht die bessere Wahl ist. Er kann deine Wünsche verstehen, ein eindeutig geschütztes Werk schaffen und dir die Rechte daran einräumen. Manche Anbieter, etwa Adobe Firefly, werben damit, nur mit lizenzierten Bildern trainiert zu haben.
Checkliste vor der Veröffentlichung
- Erlauben die Nutzungsbedingungen des Generators meinen Zweck?
- Ähnelt das Bild einem bekannten Werk, einer Figur oder einem Logo zu stark?
- Sind echte, erkennbare Personen zu sehen, und habe ich deren Einwilligung?
- Könnte das Bild jemanden täuschen? Dann kennzeichnen.
- Habe ich Details wie Hände, Text und Hintergrund geprüft?
Ein Beispiel: Das Plakat für das Vereinsfest
Angenommen, dein Sportverein feiert im Juni sein 50-jähriges Bestehen und du sollst das Plakat gestalten. So gehst du vor:
- Bild erzeugen: „Fröhliche, flache Illustration eines Sommerfests auf einem Sportplatz, Wimpelketten, Grill, Kinder spielen Fußball, Sonnenschein, Hochformat, ohne Text, ohne erkennbare Gesichter.“
- Varianten vergleichen: Lass dir drei oder vier Versionen zeigen und wähle die, die am besten zum Verein passt.
- Details prüfen: Stimmen die Proportionen, gibt es seltsame Hände, Schilder mit Fantasieschrift oder Logos, die an echte Marken erinnern?
- Text selbst setzen: Titel, Datum, Uhrzeit und Ort fügst du mit einem Grafikprogramm oder einer Vorlage hinzu, damit alles korrekt geschrieben ist.
- Vereinslogo verwenden: Das echte Logo des Vereins kommt als eigene Datei dazu, nicht als KI-Nachbildung.
- Kennzeichnen: Ein kleiner Hinweis „Illustration mit KI erstellt“ am Rand schadet nicht.
- Nutzungsbedingungen prüfen: Ist die Verwendung auf Plakaten und in sozialen Netzwerken mit deinem Konto erlaubt?
So entsteht in einer halben Stunde ein ansprechendes Plakat, ohne dass Rechte anderer verletzt werden.
Datenschutz bei Bild-Apps
Gerade Apps, die aus Selfies Fantasieporträts machen, sind oft kostenlos und verbreiten sich schnell. Lies vor dem Hochladen, wer hinter der App steht, wo die Fotos verarbeitet werden und ob sie gelöscht werden. Seriöse Anbieter erklären das klar. Fehlen diese Angaben, lass die App lieber links liegen.
Fotos mit KI bearbeiten
Neben dem Erzeugen neuer Bilder bieten Smartphones und Bildprogramme immer mehr KI-Werkzeuge zum Bearbeiten: störende Personen im Hintergrund entfernen, den Himmel austauschen, einen verwackelten Schnappschuss schärfen oder ein altes Familienfoto einfärben. Für private Erinnerungen ist das wunderbar. Wenn du bearbeitete Fotos aber als Beleg nutzt, etwa beim Verkauf eines Gebrauchtwagens, bei einer Versicherung oder in einer Wohnungsanzeige, darfst du nichts verändern, was den Zustand beschönigt. Das wäre Täuschung.
Häufige Fragen
Kann ich ein KI-Logo für meine Firma verwenden? Möglich ist es, aber riskant: Du hast meist kein Urheberrecht daran, kannst es also schwer gegen Nachahmer schützen, und es könnte bestehenden Logos ähneln. Für ein wichtiges Firmenlogo ist ein Gestalter und eine Markenrecherche ratsam.
Darf ich ein KI-Bild im Stil eines bestimmten Malers erzeugen? Einen Stil nachzuahmen ist grundsätzlich erlaubt. Konkrete Werke dürfen aber nicht nachgebildet werden, und bei lebenden Künstlern ist Fingerspitzengefühl gefragt.
Sind KI-Bilder kostenlos? Viele Generatoren bieten eine begrenzte Anzahl kostenloser Bilder, mehr gibt es im Abo. Achte auf die Nutzungsrechte der kostenlosen Version.
Fazit
KI-Bildgeneratoren machen es leicht, Illustrationen für Einladungen, Präsentationen und Vereinsplakate zu erstellen. Gute Ergebnisse entstehen mit klaren Beschreibungen von Motiv, Stil, Licht und Format. Rechtlich gilt: An reinen KI-Bildern hast du meist kein Urheberrecht, die Nutzungsbedingungen des Anbieters entscheiden, was du darfst, und Rechte anderer an Werken, Marken und dem eigenen Bild bleiben bestehen. Kennzeichne realistische KI-Bilder, lade keine Fotos von Kindern oder anderen ohne Erlaubnis hoch und greife für wichtige Projekte lieber auf menschliche Gestalter zurück.