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Drucker einrichten und Druckprobleme lösen: WLAN-Drucker, Treiber, Warteschlange und Papierstau

Drucker druckt nicht? So richtest du einen WLAN-Drucker an Windows, Mac und Smartphone ein und behebst die häufigsten Fehler: offline, hängende Warteschlange, Streifen, Papierstau und Tinte.

Von der NEXVILO Redaktion · · 7 Min. Lesezeit

Drucker haben einen besonderen Ruf: Sie funktionieren monatelang klaglos und verweigern dann ausgerechnet den Dienst, wenn das Bahnticket, die Steuererklärung oder die Hausaufgabe dringend aufs Papier muss. Die meisten Druckprobleme haben aber einfache Ursachen und lassen sich in wenigen Minuten lösen. Diese Anleitung zeigt dir, wie du einen neuen Drucker richtig einrichtest, wie du ihn mit Computer und Smartphone verbindest und was du bei den häufigsten Fehlern tun kannst.

Vor dem Kauf: Tinte oder Laser?

Falls du gerade überlegst, einen Drucker anzuschaffen, ein kurzer Überblick:

  • Tintenstrahldrucker sind günstig in der Anschaffung, drucken Fotos in guter Qualität und eignen sich für Haushalte, die gelegentlich farbig drucken. Nachteil: Tinte ist teuer, und wenn der Drucker wochenlang nicht benutzt wird, können die Düsen eintrocknen.
  • Drucker mit Tintentank haben große, nachfüllbare Tanks statt kleiner Patronen. Sie kosten mehr in der Anschaffung, drucken aber sehr günstig pro Seite.
  • Laserdrucker sind ideal, wenn du vor allem Text druckst. Der Toner trocknet nicht ein, die Kosten pro Seite sind niedrig, und sie sind schnell. Einfache Schwarz-Weiß-Laserdrucker sind oft robuster als Tintenstrahler.

Viele Geräte sind Multifunktionsgeräte mit Scanner und Kopierer. Achte auf WLAN, automatischen beidseitigen Druck (Duplex) und, wenn du oft mehrseitige Dokumente scannst, einen automatischen Vorlageneinzug.

Schritt 1: Den Drucker aufstellen und einschalten

  1. Entferne alle Klebestreifen und Transportsicherungen. Sie stecken oft auch im Inneren, etwa an der Patronenhalterung oder an der Papierkassette.
  2. Setze Tinte oder Toner ein, wie in der Kurzanleitung beschrieben.
  3. Lege Papier ein und schalte den Drucker ein. Viele Drucker führen beim ersten Start eine Reinigung und Ausrichtung durch, die einige Minuten dauert.
  4. Stelle Sprache, Datum und Uhrzeit am Bedienfeld ein, falls der Drucker danach fragt.

Schritt 2: Den Drucker mit dem WLAN verbinden

Heute werden die meisten Drucker per WLAN verbunden. So können alle Geräte im Haushalt drucken, ohne Kabel.

Über die Hersteller-App

Am einfachsten geht es mit der App des Herstellers auf dem Smartphone: HP Smart, Epson Smart Panel, Canon PRINT oder Brother Mobile Connect. Die App findet den Drucker in der Nähe, fragt nach deinem WLAN-Passwort und richtet alles ein. Bei HP und einigen anderen Herstellern musst du dafür ein Konto anlegen.

Über das Bedienfeld

Hat der Drucker ein Display, kannst du das WLAN dort einrichten: Wähle im Menü „WLAN“, „Netzwerk“ oder „Wireless-Einrichtungsassistent“, wähle dein Netzwerk und gib das Passwort ein.

Per WPS-Taste

Viele Router haben eine WPS-Taste. Drücke zuerst die WPS-Taste am Drucker oder starte WPS im Druckermenü, dann innerhalb von zwei Minuten die WPS-Taste am Router. Die Geräte verbinden sich automatisch.

Tipp: Wenn dein Router getrennte Netze für 2,4 GHz und 5 GHz anbietet, verbinde ältere Drucker mit dem 2,4-GHz-Netz. Viele Drucker unterstützen 5 GHz nicht.

Schritt 3: Den Drucker am Computer hinzufügen

Windows 11

  1. Öffne Einstellungen > Bluetooth und Geräte > Drucker und Scanner.
  2. Klicke auf Gerät hinzufügen. Windows sucht nach Druckern im Netzwerk.
  3. Wähle deinen Drucker aus. In den meisten Fällen installiert Windows automatisch einen passenden Treiber.

Moderne Drucker unterstützen den Standard Mopria oder IPP Everywhere, mit dem Windows ohne zusätzliche Treiber drucken kann. Für Spezialfunktionen wie Scannen, Tintenstand oder besondere Papierformate kann die Software des Herstellers trotzdem sinnvoll sein. Lade sie nur von der offiziellen Website des Herstellers oder aus dem Microsoft Store, nicht von irgendwelchen Download-Portalen.

Mac

Unter Systemeinstellungen > Drucker & Scanner klickst du auf „Drucker, Scanner oder Fax hinzufügen“ und wählst den Drucker aus. Die meisten Drucker funktionieren über AirPrint ohne zusätzliche Software.

Smartphone und Tablet

  • iPhone und iPad drucken über AirPrint: In einer App auf „Teilen“ tippen, dann „Drucken“ wählen.
  • Android nutzt den eingebauten Druckdienst oder das Plugin des Herstellers. In einer App über das Menü „Drucken“ wählen und den Drucker auswählen.

Schritt 4: Testdruck und Grundeinstellungen

Drucke eine Testseite, um zu prüfen, ob alles funktioniert. In Windows geht das unter Drucker und Scanner > [Drucker] > Testseite drucken.

Sinnvolle Grundeinstellungen:

  • Beidseitiger Druck als Standard spart Papier.
  • Entwurfsqualität oder „Sparmodus“ für Alltagsdrucke spart Tinte.
  • Graustufen als Standard, wenn du selten Farbe brauchst.

Diese Einstellungen findest du unter Druckeinstellungen in den Eigenschaften des Druckers.

Die häufigsten Druckprobleme und ihre Lösungen

„Drucker ist offline“

Das ist der Klassiker. Der Computer findet den Drucker nicht mehr im Netzwerk.

  1. Neustart: Schalte Drucker und Router aus, warte eine Minute und schalte sie wieder ein. Starte auch den Computer neu.
  2. WLAN prüfen: Ist der Drucker noch mit dem richtigen Netzwerk verbunden? Viele Drucker zeigen das am Display oder mit einer WLAN-Leuchte. Nach einem Routerwechsel oder einem neuen WLAN-Passwort musst du den Drucker neu verbinden.
  3. Feste IP-Adresse: Wenn der Drucker regelmäßig „offline“ geht, hat er möglicherweise vom Router eine neue Adresse bekommen. In der Oberfläche des Routers kannst du einstellen, dass der Drucker immer dieselbe IP-Adresse erhält.
  4. Drucker neu hinzufügen: Entferne den Drucker in Windows unter Drucker und Scanner und füge ihn neu hinzu.
  5. Offline-Modus deaktivieren: In der Druckwarteschlange unter Drucker prüfen, ob „Drucker offline verwenden“ angehakt ist, und das Häkchen entfernen.

Die Druckwarteschlange hängt

Wenn ein Auftrag feststeckt, bleiben alle weiteren dahinter hängen.

  1. Öffne Drucker und Scanner > [Drucker] > Druckwarteschlange öffnen.
  2. Klicke mit der rechten Maustaste auf den hängenden Auftrag und wähle Abbrechen.
  3. Hilft das nicht, starte den Druckwarteschlangendienst neu: Gib im Startmenü „Dienste“ ein, öffne die App, suche „Druckwarteschlange“, klicke mit der rechten Maustaste darauf und wähle Neu starten.

Leere Seiten, Streifen oder blasse Farben

Bei Tintenstrahldruckern ist das meist ein Zeichen für eingetrocknete oder verstopfte Düsen.

  1. Prüfe den Tintenstand in der Hersteller-App oder am Display.
  2. Starte eine Düsenreinigung oder Druckkopfreinigung über das Menü des Druckers oder die Software. Sie verbraucht etwas Tinte, löst aber oft das Problem.
  3. Drucke ein Düsentestmuster. Wenn immer noch Lücken zu sehen sind, wiederhole die Reinigung nach einigen Minuten, aber nicht öfter als zwei- bis dreimal hintereinander.
  4. Bei schiefen Linien hilft die Druckkopfausrichtung.

Vorbeugen: Drucke mindestens einmal pro Woche eine Seite in Farbe, dann trocknen die Düsen nicht ein.

Bei Laserdruckern deuten Streifen eher auf einen fast leeren Toner oder eine verschmutzte Bildtrommel hin. Nimm die Tonerkartusche heraus, schüttle sie vorsichtig waagerecht und setze sie wieder ein. Wenn das nicht hilft, ist ein Tausch fällig.

Papierstau

  1. Schalte den Drucker aus und ziehe den Stecker.
  2. Öffne alle Klappen und ziehe das Papier vorsichtig in Laufrichtung heraus, nicht ruckartig, damit keine Fetzen zurückbleiben.
  3. Prüfe, ob kleine Papierstücke im Inneren stecken.
  4. Lege das Papier neu ein: nicht zu viel auf einmal, Stapel vorher auflockern, Papierführungen an den Stapel heranschieben.

Häufige Ursachen sind feuchtes, gewelltes oder zu dickes Papier, eine überfüllte Kassette und verschmutzte Einzugsrollen. Die Rollen kannst du mit einem leicht angefeuchteten, fusselfreien Tuch reinigen.

Der Drucker erkennt die Patrone nicht

  • Nimm die Patrone heraus und setze sie wieder ein, bis sie hörbar einrastet.
  • Prüfe, ob die Schutzfolie vollständig entfernt ist.
  • Reinige die Kontakte vorsichtig mit einem trockenen, fusselfreien Tuch.

Manche Hersteller blockieren über Firmware-Updates Patronen von Fremdherstellern. Wenn du kompatible Patronen nutzt und der Drucker sie nach einem Update ablehnt, kann das die Ursache sein. Informiere dich vor dem Kauf eines Druckers über die Politik des Herstellers, wenn dir günstige Alternativen wichtig sind.

Tinte sparen und Kosten senken

Tinte gehört zu den teuersten Flüssigkeiten im Haushalt. So sparst du:

  • Vorschau nutzen: Prüfe vor dem Drucken, ob wirklich alle Seiten nötig sind. Bei Webseiten hilft die Option „Vereinfachte Ansicht“ oder der Druck als PDF.
  • Sparmodus und Graustufen als Standard einstellen.
  • Kompatible Patronen von seriösen Anbietern sind oft deutlich günstiger. Achte auf Bewertungen und Rückgaberecht.
  • Abo-Modelle wie HP Instant Ink oder Epson ReadyPrint lohnen sich für Vieldrucker, können aber für Wenigdrucker teurer sein. Rechne genau nach und beachte, dass der Drucker bei einer Kündigung des Abos die Abo-Patronen oft nicht mehr akzeptiert.
  • Tintentankdrucker sind für Familien mit viel Druck auf Dauer am günstigsten.

Scannen mit dem Multifunktionsgerät

Unter Windows kannst du über die App Windows-Scan aus dem Microsoft Store scannen, oder du nutzt die Software des Herstellers. Auf dem Mac geht es über Drucker & Scanner > Scanner öffnen. Die Hersteller-Apps auf dem Smartphone können ebenfalls scannen und die Datei direkt als PDF speichern.

Speichere wichtige Scans gleich mit einem aussagekräftigen Namen und in der richtigen Ablage, damit sie nicht im Download-Ordner verschwinden.

Sicherheit: Auch Drucker brauchen Updates

Netzwerkdrucker sind kleine Computer und können Sicherheitslücken haben. Installiere Firmware-Updates, die der Hersteller anbietet, meist über die App oder das Druckermenü. Ändere, falls vorhanden, das Standardpasswort der Weboberfläche des Druckers, und deaktiviere Funktionen, die du nicht nutzt, etwa den Druck aus dem Internet.

Wenn gar nichts mehr hilft

  • Prüfe auf der Support-Seite des Herstellers, ob es für dein Modell bekannte Probleme und Lösungen gibt.
  • Setze den Drucker auf Werkseinstellungen zurück und richte ihn neu ein.
  • Bei mechanischen Problemen oder Fehlercodes, die auf einen Defekt hindeuten, hilft der Kundendienst. Innerhalb der Gewährleistung von zwei Jahren muss der Händler den Mangel beheben.
  • Bei sehr alten Geräten ist eine Reparatur oft teurer als ein neuer Drucker. Gib Altgeräte und leere Patronen beim Wertstoffhof oder Händler ab, nicht in den Hausmüll.

Fazit

Die meisten Druckprobleme lassen sich mit wenigen Handgriffen lösen: Neustart von Drucker und Router, Druckwarteschlange leeren, Drucker neu hinzufügen oder die Düsen reinigen. Wer den Drucker per WLAN mit der Hersteller-App einrichtet, ihm eine feste Adresse im Router gibt und regelmäßig eine Farbseite druckt, hat selten Ärger. Und wer viel druckt, spart mit Sparmodus, beidseitigem Druck und einem Tintentank- oder Laserdrucker auf Dauer viel Geld.

Der Weg geht weiter

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